Erweiterung Staatstheater Stuttgart

Prof. Alexander Schwarz, Institut für Öffentliche Bauten und Entwerfen, Universität Stuttgart

Entwurf mit Maximilian Janke

Eine Spielstätte im herkömmlichen Sinne bezeichnet einen Ort, an dem kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Sie versammelt die Gesellschaft zum gemeinsamen Konsum von Unterhaltung und positioniert sich somit an der Peripherie zwischen öffentlichem Interesse und privatem Vergnügen. Damit stellt sie sich der Herausforderung repräsentatives Foyer und gleichzeitig familiäres Wohnzimmer zu sein.

Das Stuttgarter Staatstheater, ein Drei-Sparten-Theater mit Oper, Ballett und Schauspielhaus ist mit seinen beiden Hauptspielstätten zwischen Oberem Schlossgarten und der infrastrukturell wichtigen Konrad-Adenauer-Straße situiert. Entlang dieser reihen sich außerdem mit der Staatsgalerie, der Musikhochschule, der Landesbibliothek, sowie dem Stadtmuseum weitere wichtige Kulturbauten und verlangen daher von ihr „Kultur-Meile“ zu sein.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Doppeltheater, damals noch als Königliches Hoftheater von dem Münchner Architekten Max Littmann errichtet. Das durch die Bombardierungen des 2. Weltkrieges zerstörte Kleine Haus wurde in den 60er Jahren von Hans Volkart durch einen Neubau ersetzt.

Die Erweiterung dieses gewachsenen Komplexes soll das Opernhaus und das Schauspielhaus durch eine zeitgenössische Aufführungsstätte ergänzen und räumliche Zwänge des Bestandes beheben. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf den Besucherbereichen des Foyers der Oper und vor allem auf der strukturellen Neuordnung aller nicht-öffentlichen Nutzflächen wie der Bühnenlogistik, den Werkstätten und der Verwaltung. Eine klare städtebauliche Position im Umgang mit dem Bestand, sowie die bewusste Platzierung neuer Baukörper spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Neubau soll mit der bereits bestehenden Bebauung korrespondieren und dem Komplex eine neues Gesicht zur Konrad-Adenauer-Straße und dem geplanten Kulturboulevard geben.