Aussichtsplattform Daimler Immendingen

Mitarbeit im Büro Muffler Architekten BDA/DWB

Auf dem Gelände der ehemaligen Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne in Immendingen entsteht das neue Prüf- und Technologiezentrum der Daimler AG. Im Wesentlichen entwickelt sich das Prüfzentrum auf dem westlich an das Kasernengelände angrenzenden bisherigen Truppenübungsplatz und den weiter südlich und westlich angrenzenden Teilflächen im Umfeld des Übungsplatzes. Für die entstehende Baustelle soll eine Aussichtsplattform im Bereich der heutigen Panzerwaschanlage entstehen, die als Grundlage für das Kommunikationskonzept der "gläsernen Baustelle" dienen soll. Der Ort, an dem die öffentlich zugängliche Aussichtsplattform entstehen soll, befindet sich am Rande der heutigen Panzerwaschanlage und in der Flucht der bestehenden Erschliessungsstrasse. Begrenzt wird dieser Raum von der bestehenden Waldfläche, die bestimmendes Element des Ortes ist. In diese Situation soll nun das Bauwerk der Aussichtsplattform ihren Standort finden. Die Plattform als konstruktives Element soll Design, technische Innovation und Umwelt in Einklang bringen. Angestrebtes Ziel ist die Verflechtung zwischen Naturraum und Nutzung, im Sinne von Aristoteles "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile". Hierbei ist, sowohl die Tradition des Unternehmens, wie auch dessen globale Tätigkeit und Rolle als Innovationsträger von entscheidender Bedeutung für die Lösungsfindung.

Wir sehen hier den Bezug des Einzelnen zum Ganzen und den Verbund aller Kräfte, die den Ort bestimmen. Das bauliche Konzept sucht eine unmittelbare Beziehung zum Unternehmen und zum gewählten Standort. Das Unternehmen Daimler steht in unmittelbarem Bezug zum "Mercedes-Stern". Der dreizackige Stern ist eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt. Daher soll dieser auch Grundlage für das bauliche Gefüge der Aussichtsplattform bilden; das Zeichen des Sterns, bestehend aus Kreis und innenliegendem Stern, wie er an allen Gebäuden von Daimler zu finden ist. Dieser ist Grundelement des Konstruktionsgefüges der Plattform. Als Baustoff dient Holz in Form von Brettschichtholz, welches die an die Konstruktion gestellte statische und technische Funktionen (z.B. Brandschutz) in vollem Umfang erfüllt. Darüber hinaus ist Holz nachhaltig und stellt eine hohe Identität zur umgebenden Landschaft her.

Die Form entwickelt sich aus der Verknüpfung des Vorgegebenen: dem spezifischen Programm der Notwendigkeiten einer Aussichtsplattform, den daraus entwickelten funktionalen Notwendigkeiten und dem umfeldspezifischen Identitätsbild. Der Turm als solcher versucht über seine Gestalt zum Einen dem technologieorientierten Unternehmen Daimler und zum Andern der landschaftlichen Situation gerecht zu werden. Das hölzerne technische Gebilde des Turmes als "Stabwerk" stellt in seinem Naturbezug eine Beziehung zur Waldstruktur her und wurde aus dieser inhaltlich entwickelt. Darüberhinaus spiegelt das gestalterisch architektonische Gefüge den hohen Anspruch des Unternehmens "Visionen erfüllen" wider und ist somit zeichenhaft im Kommunikationskonzept der "gläsernen Baustelle" anzusehen.

Die Freiflächen entwickeln sich in einfacher Form, eine Zugangsfläche stellt die Anbindung zwischen Wegführung zum Parkplatz und dem baulichen Gefüge der Aussichtsplattform her. Dieser, sowie der Steg, wird seitlich flankiert von einem flächigen Bewuchs mit Farnen. Die notwendige Feuerwehrzufahrt und die Feuerwehrabstellfläche ist als Schotterrasen ausgebildet und tritt dadurch, in seiner Fläche nur unwesentlich in Erscheinung.

Das Entwurfskonzept stellt ein eindeutiges Beziehungsbild zwischen Unternehmen und Natur her. Die Aussichtsplattform in ihrer Einprägsamkeit kommuniziert Inhalte und sucht Bezüge zwischen Konstruktion und Natur, Architektur zum Einen als Ausdruck der Nutzung und darüber hinaus als bauliches Objekt. Das gesamtheitliche Bild ergibt ein spannungsreiches "Landart-Motiv"; nicht additiv, sondern integrierend: Technik - Konstruktion- Natur.